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Ophirum Goldbericht: Der Goldpreis als Himmelsstürmer

In mehreren Währungen gleichzeitig erreichte der Goldpreis in den letzten Stunden neue Rekordstände. Nachdem der Goldpreis bereits am gestrigen Montag im laufenden Handel die Marke von 1.600 US-Dollar durchbrach, wurde im heutigen Vormittagsfixing eine neue Höchstnotierung von 1.602,00 USD / 1.129,04 EUR (London A.M. Fixing) je Feinunze verzeichnet. In Euro gerechnet erreichte der Goldpreis bereits gestern mit 1.136,70 EUR je Feinunze den bisherigen Höchststand. Daneben erreichte der Goldpreis in britischen Pfund, in südafrikanischen Rand und in kanadischen Dollar neue Rekordstände. Die Entwicklung der letzten Wochen ist in der Tat beeindruckend. Im laufenden Monat Juli hat der Goldpreis in Euro gerechnet über 10% Wertzuwachs erfahren, erst Ende April hatte Gold die Marke von 1.500 USD übersprungen.

Im Zuge der aktuellen Goldrallye kann auch der Silberpreis wieder deutlich steigende Notierungen verbuchen. Mit 40,33 USD / 28,70 EUR im Londoner Fixing am Montag erreichte der Kurs zum ersten Mal seit Anfang Mai wieder eine Notierung über der 40 US-Dollar Marke. Ende April diesen Jahres brach der Silberkurs von seinem Hoch bei knapp 49 US-Dollar um über 30% ein, als die Comex durch eine Margenerhöhung viele Investoren zwang sich vom Markt zurückzuziehen.

Die Ursachen für die aktuelle Kursrallye verteilen sich auf den gesamten Globus

Beginnen wir in Europa: neben Griechenland, Irland, Spanien und Portugal gerät nun auch Italien in die Bredouille. Das Land weist mit einer Gesamtschuldenquote von 119% des Bruttoinlandsprodukts nach Griechenland mit 142,8% die zweithöchste Schuldenquote der Euroländer auf und kann nur noch gegen die Zahlung von Rekordzinsen neue Kredite aufnehmen. Die notwendige Rendite für 10-jährige Staatsanleihen liegt mit über 6% so hoch wie seit der Euroeinführung nicht mehr. Je höher der Zinssatz, den ein Land zahlen muss, desto höher schätzen die Anleger das Ausfallrisiko ein. Zum Vergleich: Deutschland zahlt aktuell eine Rendite von ca. 2,5% für 10-jährige Staatsanleihen. Die italienische Regierung hat bereits versucht auf die neue Unsicherheit zu reagieren und hat ein neues Milliarden-Sparpaket verabschiedet.

USA im Haushaltsstreit

Wer erwartet, dass die Situation in den USA besser ist, der täuscht sich. Der Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern, bei dem es darum geht wie viel Schulden das Land zusätzlich aufnehmen darf, droht zu eskalieren. Sollten sich die beiden Parteien nicht bis kommenden Freitag einig werden, droht den USA die Zahlungsunfähigkeit. Die Rating Agentur Standard & Poor’s warnte bereits davor, das es eine 50% Chance gebe, dass die Ratingbeurteilung der USA herabgestuft werden müsse. Leichten Aufwind erhielt der US-Dollar durch die Beendigung des 600 Milliarden USD Liquiditätsprogramms der US-Notenbank Federal Reserve.

Zu guter Letzt noch ein Blick nach Asien. In China tobt der Kampf gegen die allgegenwärtige Inflation. Die Teuerungsrate lag in China im Juni bei 6,4 Prozent und damit im Vergleich zum Vorjahresmonat, so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Regierung und die chinesische Zentralbank versuchen mit Zinserhöhungen und neuen Kapitalanforderungen für die Mindestreserven der Banken die Preissteigerung zu kontrollieren.

FAZIT:

Der aktuelle Kursverlauf erinnert stark an die Entwicklung im Sommer des letzten Jahres. Damals rückten Griechenland und seine Staatsfinanzen in den Fokus der Finanzwelt. Das Resultat: Es setzte eine Flucht in physische Edelmetalle ein. Deutlich ist, dass die Sorgen um die Staatsverschuldung in den USA und in Europa immer mehr Anleger in die Edelmetallanlage treiben. Gold erfüllt seine traditionelle Rolle als sicherer Hafen und als Alternativwährung zum US-Dollar. Silber hingegen dient vielen Anlegern als Spekulationsobjekt und ist durch seine Zwitterrolle als Anlage- und als Industriemetall nach wie vor deutlich stärkeren Kursschwankungen ausgesetzt als der Goldpreis.

In der weiteren Entwicklung wird es zum Ende der Woche wieder spannend für Gold- und Silberkäufer. Am Donnerstag tagen die europäischen Staats- und Regierungschefs zum weiteren Vorgehen im Fall Griechenland und Italien. Ziel wird es sein, die Zuversicht in die Kreditwürdigkeit Italiens wieder herzustellen und eine Umschuldung für Griechenland zu vereinbaren. Geplant ist wohl auch, den europäischen Rettungsschirm auszuweiten. Momentan stecken die Verhandlungen aber fest. Diskutiert wird noch die Beteiligung privater Investoren an der Griechen-Rettung. Am Freitag rücken die USA in den Fokus:  Die Frist für eine Einigung auf eine neue Schuldenbremse in den USA läuft ab.

Sollten die Parteien diesseits und jenseits des Atlantiks sich nicht auf glaubhafte und belastbare Ergebnisse einigen, werden sich die Märkte weiter in einem Zustand der Unsicherheit befinden. In einem solchen Umfeld wird ein weiter ansteigender Goldpreis das logische Resultat sein. Kurzfristige Kursrückgänge durch Gewinnmitnahmen können genutzt werden, um neue Bestände auf- oder bestehende Positionen auszubauen.

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Eine Antwort auf Ophirum Goldbericht: Der Goldpreis als Himmelsstürmer

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