Der Goldpreis hat an den letzten beiden Handelstagen der vergangenen Woche Federn lassen müssen. Nach dem mühsamen Wiedererklimmen der 1.550 US-Dollar je Feinunze kam es am Donnerstag und Freitag der Vorwoche zu einem deutlichen Rücksetzer, welcher zu Kursen knapp unterhalb der wichtigen Marke von 1.500 US-Dollar geführt hat. Doch was genau ist passiert?
Griechenland muss langfristig geholfen werden
In der vergangenen Woche hat sich die Sorge um Griechenland etwas gemildert. Nachdem Ministerpräsident Papandreou das Vertrauensvotum erfolgreich überstanden hat, scheinen auch die für weitere finanzielle Unterstützung notwendigen Sparmaßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit verwirklicht werden zu können. Eine Staatsbankrott und damit ein weitreichender Zahlungsausfall der sich auch in die Privatwirtschaft überträgt, scheint daher vorübergehend abgewendet. Für eine dauerhafte Lösung der Finanzproblematik des Hellenenstaates stehen indes noch viele weitere Schritte auf der Tagesordnung.
Risikoaversion und Gewinnmitnahmen drücken Kurse
Die Notierungen der Edelmetalle gaben parallel zu Kursverlusten an den Aktienmärkten nach. Ein Szenario, welches selten zu beobachten ist und für eine generelle Risikoaversion der Marktteilnehmer spricht. Die weltweiten Konjunkturerwartungen haben einen Dämpfer erlitten. Zwar verkündete die Fed auf ihrer Sitzung vergangene Woche ein Auslaufen der zweiten Runde der geldpolitischen Lockerung, allerdings wurde zeitgleich auch ein negativer Konjunkturausblick abgegeben. Dieser wurde auch durch die US-Arbeitsmarktdaten gestützt, welche schlechter ausgefallen sind als von Experten erwartet.
Aufschwung ist weiterhin auf Hilfe angewiesen
Darüber hinaus hat die Internationalen Energieagentur (IEA) den Entschluss gefasst, kurzfristig 60 Millionen Barrel Rohöl auf den Markt zu werfen. Diese sollen den strategischen Reserven entnommen werden, welche zur Vermeidung von Versorgungsengpässen aufgebaut wurden. Laut offizieller Begründung soll hierdurch der Produktionsausfall infolge des Bürgerkriegs in Libyen kompensiert werden, jedoch ist auch hierbei von einer weiteren Maßnahme zum Anheizen der schwachen Konjunktur auszugehen. Der Ölpreis wurde durch die Verkaufsankündigung der IEA gedrückt und die Inflationssorgen aufgrund von Energiepreissteigerungen wurden vorerst entkräftet. Gleichzeitig wird an diesem Beispiel jedoch deutlich, dass weiterhin massive Bemühungen betrieben werden, um ein weiteres Abschwächen der globalen Wirtschaft zu verhindern.




