„Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, es wird ausreichen! Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, fällt das in unser Mandat“ sagte der EZB Präsident Mario Draghi jüngst auf einer Investorenkonferenz in London.
Solche Aussagen – obgleich sie nicht in gleicher Weise direkt formuliert wurden – erinnern sehr stark an die Kollegen Draghi´s: Ben Bernanke, der amtierende FED-Präsident und dessen Vorgänger Alan Greenspan. Beide hatten sich in ähnlicher Weise über die Krisenbekämpfung durch Gelddrucken geäußert. Greenspan stellte klar: „ Die US-Regierung verfügt über eine Gelddruckmaschine, mit der sie kostenlos so viele Dollar produzieren kann, wie sie will.“ Zu ähnlich zweifelhaftem Ruf geriet auch Ben Bernanke alias ´Helikopter Ben´ als er auf die Frage eines Deflationsszenarios die Antwort gab: „notfalls werden wir Dollars im Deflationsfall mit dem Hubschrauber über der Wall Street abwerfen lassen.“ Nun reiht sich auch Mario Draghi als Wächter des Euro öffentlich in die Reihe der Gelddrucker.
Die Börse freut solche Aussagen vom EZB-Chef ungemein, da dies bedeutet, dass die EZB zumindest vorübergehend der Marktpanik deutlich entgegensteuern kann und somit die Hoffnung auf weitere Staatsanleihenaufkäufe seitens der EZB erweckt. Dass diese ungezügelte Geldmengenvermehrung das ohnehin angeschlagene Vertrauen in den Euro weiter dämpfen wird und die Inflationserwartungen vieler Menschen wieder steigen lässt, wundert kaum jemanden. So sind sich viele Wirtschaftsexperten einig solche Maßnahmen geldpolitischer Natur sind eher von kurzweiliger Dauer, da die Probleme in der Euro-Zone struktureller Natur sind und Reformwillen benötigen. Ob auf die anfängliche Draghi-Euphorie Ernüchterung folgen wird, wird sich am kommenden Donnerstag zeigen, wenn die EZB ihre Tagung abhält und die Ergebnisse verkündet.
Fazit: Für Goldinvestoren sind diese Inflationsszenarien weiterhin positiv. Das negative Realzinsniveau in dem wir uns befinden wird weiterhin für konstante Nachfrage nach Gold als Krisenwährung sorgen. Mittel- bis langfristig sind die positiven Aussichten für Gold weiterhin intakt. Kurzfristig zeichnet sich eine Trendlosigkeit aufgrund der bevorstehenden Zentralbanksitzung ab. Der Goldpreis beendete die Woche mit 1.623 USD pro Feinunze und notiert derzeit unwesentlich verändert. Den weiteren Verlauf wird die Zentralbanksitzung entscheiden. Viele Marktbeobachter sind sich jedoch einig, dass weiterhin mit steigenden Goldpreisen zu rechnen ist.




