Edelmetall Erstellt am  4. Juli 2023
Was ist das Bretton Woods System
Was ist das Bretton Woods System?
Wie der Goldpreis an den US-Dollar gekoppelt wurde.
DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM, EINFACH ERKLÄRT
1944 unterzeichneten 44 Staaten der späteren Siegermächte des Zweiten Weltkriegs bei einer Währungs- und Finanzkonferenz ein Abkommen. Ort der Konferenz war Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire. Dieses Abkommen diente der Neuordnung der Weltwirtschaft und bildete die Grundlage für eine neue Weltwährungsordnung mit festen Wechselkursen. Dabei wurde der US-Dollar als Leitwährung bestimmt und zugleich der Goldpreis an den US-Dollar gekoppelt. Das Tauschverhältnis zwischen Greenback und Gold wurde auf 35 USD pro Feinunze (31,1 Gramm) festgelegt. Die US-Notenbank verpflichtete sich, Gold zu diesem Preis unbegrenzt zu kaufen oder zu verkaufen. Ziel war es, die Wechselkurse zwischen den Währungen zu stabilisieren, sodass der Welthandel ohne Probleme und Handelsbarrieren vonstattengehen konnte und es keine Schwierigkeiten bei Zahlungsvorgängen gab. Bretton Woods ist noch heute synonym mit der neuen Weltwährungsordnung, die in dem Ort verabschiedet wurde.
WAS IST DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM?
Das System Bretton Woods sollte die Vorteile eines flexiblen und eines festen Wechselkurs-Systems vereinen, um den Welthandel und die Wirtschaft zu stimulieren. Als Leitwährung diente der US-Dollar, dessen Wert gegenüber Gold auf 25 USD je Feinunze festgelegt wurde. Das 1944 verabschiedete System begann nach 25 Jahren zu bröckeln. 1969 wollte Frankreich seine US-Dollar-Reserven in Gold einlösen. Die Goldreserven der USA reichten jedoch nicht einmal aus, um die Forderungen dieses einen Mitgliedslandes zu erfüllen. So kündigten die USA 1971 ihre Verpflichtung, US-Dollar in Gold einzulösen, auf und das System brach zusammen.
WANN UND WARUM WURDE DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM EINGEFÜHRT?
Das Bretton-Woods-System wurde knapp 1 Jahr vor Ende des Zweiten Weltkriegs im Juli 1944 verabschiedet. Ziel war es, Europa als Wirtschaftszentrum und die USA als wichtigen Handelspartner wiederherzustellen. Dazu sollten die Wechselkurse zwischen den verschiedenen Währungen stabilisiert werden, um die Zahlungsvorgänge zu vereinfachen, die Handelsbarrieren zu minimieren und damit den Welthandel zu stärken. Zur Kontrolle und Durchsetzung des Abkommens wurden die Bretton-Woods-Organisationen und -Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) geschaffen.
WARUM IST DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM GESCHEITERT?
Das Währungssystem von Bretton Woods trug dazu bei, das infolge der großen Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges entstandene weltweite Chaos der Währungen aufzulösen. Der wachsende Welthandel führte jedoch zu einem steigenden Bedarf an US-Dollar-Währungsreserven. Ende der 1950er-Jahre überstiegen die – aus Sicht der USA – bei ausländischen Zentralbanken befindlichen US-Dollar-Bestände die Goldreserven der USA bei weitem. Wenn alle Bretton-Woods-Mitglieder gleichzeitig auf der in dem System festgelegten Goldeinlösepflicht bestanden hätten, hätten die USA dem nicht nachkommen können. Frankreich forderte 1966 die USA auf, die französischen US-Dollar-Reserven in Gold umzutauschen und das Gold nach Frankreich zu liefern. Durch die nur unzulängliche Golddeckung des US-Dollars als Leitwährung löste dies eine politische Krise aus. 1968 wurde die Pflicht zur Einlösung von US-Dollar in Gold auf die Zentralbanken der Mitgliedstaaten beschränkt. Der damalige US-Präsident Richard Nixon stoppte am 15.08.1971 die nominale Goldbindung des US-Dollar. 1973 wurde das Bretton-Woods-System offiziell außer Kraft gesetzt. Nach der Beendigung des Bretton-Woods-Abkommens wurden in den meisten Ländern die Wechselkurse freigegeben.
WAS KAM NACH DEM BRETTON-WOODS-SYSTEM?
1973 scheiterte die Weltwährungsarchitektur von Bretton Woods. Bereits zuvor hatten Ökonomen gefordert, flexible Wechselkurse einzuführen. Sie gaben an, dass bei der makroökonomischen Steuerung einer Volkswirtschaft flexible Kurse die geldpolitische Autonomie der Entscheidungsträger erhöhen würden. Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems gab es starke Wechselkursschwankungen, die mit der Entwicklung des internationalen Kapitalverkehrs im Kontext standen. In der Folge bildeten sich verschiedene regionale Wechselkursregime heraus. So schlossen sich die Länder der Europäischen Gemeinschaft bereits 1972 vor dem endgültigen Zusammenbruch zum Europäischen Wechselkursverbund und 1979 zum Europäischen Währungssystem (EWS) zusammen, durch das die Wechselkursschwankungen zwischen den Mitgliedsländern beschränkt blieben. Das in Bretton Woods geschaffene Weltwährungssystem ist heute wesentlich heterogener als zu Zeiten des Bretton-Woods-Systems. Die heutige Weltwährungsordnung ist eine Mischung aus einem System mit festen und einem mit flexiblen Wechselkursen. Zwischen den Ländern des EWS und Nichtmitgliedsländern wie z. B. Japan und den USA besteht ein sich frei bewegendes System der Währungen. Auf den internationalen Devisenmärkten in London, New York, Tokio und Frankfurt am Main passen sich in diesem Wechselkurssystem die einzelnen Währungen den Gegebenheiten von Angebot und Nachfrage an.
WIE LANGE GAB ES DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM?
Das Bretton-Woods-System begann mit der Unterzeichnung des Abkommens 1944. 1973 wurde es außer Kraft gesetzt und die Wechselkurse wurden freigegeben. Damit gehörte Bretton Woods der Geschichte an. Der in dieser Zeit geschaffene Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank blieben erhalten.
WELCHE AUSWIRKUNGEN HATTE DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM?
Das neue Währungssystem trug dazu bei, das durch die große Wirtschaftskrise in den 1920er-Jahren und den Zweiten Weltkrieg entstandene globale Währungschaos aufzulösen. Das System leistete einen großen Beitrag dazu, den internationalen Kapitalverkehr und den Handel zu stabilisieren.
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