Edelmetall Erstellt am  4. Juli 2023
Was ist der Nennwert
NENNWERT ODER MATERIALWERT?
Worauf es beim Goldkauf ankommt.
Was versteht man unter dem Nennwert?
Der Nennwert, auch Nominalwert genannt, ist in der Wirtschaft der in Geld ausgedrückte Zahlwert, der sich auf gesetzliche Zahlungsmittel wie Banknoten sowie Wertpapiere wie Aktien und Anleihen bezieht. Den Nennwert gibt es auch bei Münzen, der auf diese aufgeprägt ist. Bei Aktien gibt der Nennwert den Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft an, der auf die einzelne Aktie entfällt – die Summe aller Aktien entspricht dem Grundkapital. Bei Anleihen entspricht der Nennwert einem Teilbetrag der Gesamtschuld des Emittenten der Anleihen. Er gibt den Betrag an, den der Emittent bei Fälligkeit der Anleihe an den Inhaber des Wertpapiers zurückzahlen muss. Bei Münzen zeigt der Nennwert, welchen Wert diese laut Gesetz haben. Festgelegt wird der Nennwert, der in der jeweiligen Landeswährung auf eine Münze geprägt ist, in der Regel durch die zuständige Notenbank des Landes oder der Währungsregion.
Warum unterscheiden sich Nenn- und Materialwert bei Münzen?
Der Nennwert einer Münze ist der Wert, mit dem die Münze als Zahlungsmittel versehen wird. Der Nennwert ist jedoch nicht gleich Materialwert. Der Materialwert der Münzen, die heute im Zahlungsverkehr sind, ist in der Regel deutlich kleiner als ihr Nominalwert. Beispielsweise ist das Material einer 1-Euro-Münze nur ein Bruchteil dessen wert, was man sich dafür kaufen kann. Sie ist eine sogenannte Bi-Metall-Münze und besteht hauptsächlich aus Messing und Nickel. Dies ist bei Anlagemünzen anders: Ihr Material ist deutlich mehr wert als ihr Nennwert. Der Wert einer Goldmünze, die vollständig oder nahezu aus reinem Gold besteht, richtet sich nach dem aktuellen Goldpreis. Entscheidend ist dabei das Feingewicht der Goldmünze, also der Gewichtsanteil an reinem Gold. Je größer das Feingewicht, desto mehr ist die Münze wert. Deshalb ist der auf Anlagemünzen geprägte Nennwert für die Bestimmung des Materialwerts nicht relevant. Bekannte Anlegmünzen sind zum Beispiel der südafrikanische Krügerrand, der kanadische Maple Leaf, die Wiener Philharmonie, der US-amerikanische American Eagle und das australische Nugget Känguru.
Gibt es auch Münzen ohne Nennwert?
Grundsätzlich sind alle Münzen gesetzliche Zahlungsmittel – oder waren es in der Vergangenheit. Daher ist es die Regel, dass auf ihnen ein Nennwert aufgeprägt ist. Medaillen oder Gedenkmünzen dienen hingegen nicht als Zahlungsmittel und besitzen daher auch keinen Nennwert. Ausnahmen bestätigen die Regel: So gibt es zwei Anlagemünzen, in die kein Nennwert eingeprägt wurde und dennoch gesetzliches Zahlungsmittel in ihren Herkunftsländern sind: der südafrikanische Krügerrand und die mexikanische Libertad. Ihr Wert richtet sich nach dem aktuellen Kurs des entsprechenden Edelmetalls. Beispiele für Münzen ohne Prägung sind zudem antike (Sammler-)Münzen oder Pfennige aus dem Mittelalter.
Warum ist der Nennwert kein geeignetes Maß für den Wert einer Anlagemünze?
Der Nennwert einer Anlagemünze ist in der Regel kleiner als der Wert des Edelmetalls, aus dem die Münze besteht. Der tatsächliche (Material-)Wert hängt vom aktuellen Marktpreis des entsprechenden Edelmetalls ab. Die Nennwertangabe ist nur ein Hinweis dafür, dass ein Staat sie als Zahlungsmittel ausgegeben hat. Ein Beispiel ist die 1 Unze Goldmünze „Wiener Philharmoniker“, auf die ein Nennwert von 100 Euro aufgeprägt ist. Sie besteht aus purem Gold und wiegt rund 31,1 Gramm. Mitte Februar 2023 war eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) rund 1.740 Euro wert. Da der Materialwert bei Anlagemünzen in der Regel über dem Nennwert liegt, sollte man Anlagemünzen nicht als Zahlungsmittel verwenden, sondern als Anlageobjekt.
Wieso kann der Wert einer Münze vom aufgeprägten Nennwert abweichen?
Anlagemünzen weisen zwar in der Regel einen Nennwert auf. Dies dient aber lediglich als Referenz dafür, dass sie als ein offizielles Zahlungsmittel anerkannt sind. Der Nennwert liegt bei Anlagemünzen in der Regel deutlich unter ihrem Materialwert. Bei der Bestimmung des Werts einer Anlagemünze ist das Feingewicht entscheidend. Der Wert des Feingewichts ist an den aktuellen Börsenkurs des jeweiligen Edelmetalls gekoppelt. Anhand des Nennwertes lässt sich keine Aussage über die materielle Zusammensetzung des Edelmetalls treffen. Der Nennwert indiziert lediglich den beispielsweise von der Zentralbank für den Zahlungsverkehr festgelegten Wert der Münzen. Früher entsprach übrigens der Nennwert von Edelmetall-Münzen dem tatsächlichen Wert einer Münze. So wurde vor 100 Jahren ganz normal mit Goldstücken und Silberstücken eingekauft, deren Nennwert durch den inneren Wert des Goldes gedeckt war.
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