Edelmetall Erstellt am  4. Juli 2023
Erhaltungsgrad
WAS IST DER ERHALTUNGSGRAD?
Erhaltungsgrad & der Wert von Münzen.
WAS BEDEUTET ERHALTUNG BEI MÜNZEN?
Der Erhaltungsgrad einer Münze gibt an, wie stark die Münze durch den allgemeinen Umlauf abgenutzt ist. Münzsammler bevorzugen Münzen mit hohem Erhaltungsgrad, also Exemplare mit geringen oder gar keinen Umlaufspuren. Je besser sie erhalten sind, desto höher ist ihr (Sammler-)Wert. Aber nicht nur die Abnutzung, auch andere Beschädigungen wie Kratzer beeinflussen den Wert einer Münze. Der Erhaltungsgrad kann grundsätzlich nicht durch Eingriffe wie Reinigung oder Restaurierung verbessert werden. Im Gegenteil: Durch das Putzen können winzige Kratzer entstehen, die den Wert mindern.
WAS IST DER ERHALTUNGSGRAD?
Zur Bestimmung des Erhaltungsgrads einer Münze gibt es eine Skala mit definierten Abstufungen, die in Worten („Sehr schön“) oder mit Abkürzungen angegeben werden. Häufig werden Zwischenstufen wie „Fast sehr schön“ verwendet. Weltweit gibt es verschiedene Maßstäbe, die sich nach unterschiedlichen Kriterien richten. Das deutsche Erhaltungssystem beinhaltet zahlreiche Abstufungen, um eine differenzierte Einordnung möglich zu machen. Während es in Europa keine zentrale Organisation gibt, welche die Bewertungsskala bestimmt, gibt es in den USA mehrere private Unternehmen wie die Numismatic Guarantee Corporation (NGC) und den Professional Grading Service (PGS), welche die Bestimmung der Erhaltungsgrade als Dienstleistung anbieten. Zwar haben diese einen normativen Charakter, jedoch sind Bewertungen „mit dem Auge“ nicht vollends objektiv.
WELCHE ERHALTUNGSGRADE GIBT ES?
„Polierte Platte“ gilt als die höchste Erhaltungsqualität der modernen Münzprägung. Die Bezeichnung bezieht sich auch auf das Herstellungsverfahren. Diese Münzen werden aus polierten Rohlingen mit speziell polierten Stempeln mehrfach geprägt. Die Fläche ist hochglänzend, die Erhebung (Münzmotiv) ist matt. Ein anderer in der Rangliste tiefer liegender – aber immer noch guter – Erhaltungsgrad lautet „Unzirkuliert“. Dieser bezeichnet Münzen, die noch nie im Umlauf waren, aber im Zuge des (vollautomatisierten) Produktionsprozesses Fehler wie kleine Kratzer und Dellen aufweisen. Diese können z. B. entstehen, wenn die Münzen aus dem Prägeautomaten in den Container fallen. Die schlechteste Qualitätsstufe ist „Gering erhalten“. Dies sind in der Regel Exemplare, die quasi ihr ganzes Münzbild verloren haben und deshalb kaum noch identifiziert werden können. Insgesamt gibt es mehr als ein Dutzend Stufen und Zwischenstufen bei der Einteilung der Erhaltungsgrade.
WONACH RICHTET SICH DER ERHALTUNGSGRAD VON MÜNZEN?
Obwohl es verschiedene Stufen der Erhaltungsgrade gibt, ist die genaue Einordnung aufgrund der Subjektivität des Betrachters in der Praxis kaum möglich. So kann es sein, dass Münzen mit eher schlechtem Zustand am Markt als „vorzüglich“ angeboten werden – obwohl sie es nicht sind. Per Definition sind dies Münzen, die nur kurz im Umlauf waren und kleinere Kratzer und Abnutzungsspuren aufweisen.
WIE WIRKT SICH DER ERHALTUNGSGRAD AUF DEN WERT VON MÜNZEN AUS?
Durch die vielen verschiedenen Erhaltungsgrade kann es zu erheblichen Preisunterschieden bei der Bewertung gleicher Münzen kommen, die sich lediglich durch ihren Erhaltungsgrad unterscheiden. Die gemeinnützige deutsche Verbraucherorganisation „Stiftung Warentest“ verweist auf ein Beispiel: Die preußische Reichssilbermünze mit dem Abbild von Wilhelm I. aus dem Jahre 1875 wird in der Erhaltungsstufe „schön“ (Umlaufspuren sind deutlich erkennbar) für 25 EUR angeboten. Exemplare der Kategorie „Stempelglanz“ (Münze ohne mit bloßem Auge sichtbare Fehler) hingegen kosten rund 1.000 EUR.
WORAN KANN ICH ALS KÄUFER ODER ANLEGER DEN ERHALTUNGSGRAD VON MÜNZEN ERKENNEN?
Für Laien ist es in der Regel schwierig bis unmöglich, den Erhaltungsgrad einer Münze genauer zu bestimmen. Wie etwa bei einer Briefmarkensammlung sollte man für die fachliche Begutachtung ausgewiesene Experten, sprich Münzhändler, aufsuchen. Im Zweifel empfiehlt es sich, mehrere Münzhändler zu besuchen und deren Einschätzungen miteinander zu vergleichen. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann in entsprechenden Fachkatalogen, Zeitschriften und Online-Portalen mehr darüber erfahren.
KANN ICH ALS ANLEGER EINFLUSS AUF DEN ERHALTUNGSGRAD MEINER MÜNZEN NEHMEN?
Passionierte Sammler streben den idealen Zustand einer Prägung an. Deshalb steht für sie die Münzpflege oft an erster Stelle. So gibt es Münzen mit sehr hohem Erhaltungsgrad, die allein durch unsachgemäßes Anfassen Berührungsspuren hinterlassen. Mithilfe des richtigen Zubehörs, etwa Alben oder Kapseln, können Sie Münzen vor Beschädigungen, Kratzern und anderen schädlichen Einflüssen schützen. So können Sie den Originalzustand der Münzen erhalten. Auch sind original verpackte Exemplare einer Münze häufig wertvoller als bereits ausgepackte. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass sich die Verpackung für die dauerhafte Aufbewahrung eignet.

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