Edelmetall Erstellt am  4. Juli 2023
Was ist die Umsatzsteuer
STEUERN BEIM EDELMETALLKAUF?
Was gibt es beim Kauf & Verkauf zu beachten?
Was ist die Umsatzsteuer?
Die Umsatzsteuer wird auch als Mehrwertsteuer bezeichnet. Sie ist eine Steuer, die der Staat auf den Umsatz von Waren und Dienstleistungen erhebt. In Deutschland beträgt die Umsatzsteuer 19 Prozent. Für bestimmte Waren und Dienstleistungen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent. Unternehmen müssen Umsatzsteuer auf ihre Verkäufe erheben und dann an das Finanzamt abführen. Somit ist sie für Unternehmen ein durchlaufender Posten. Wenn ein Unternehmen selbst Waren oder Dienstleistungen einkauft, kann es die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen.
Warum gibt es die Umsatzsteuer?
Die Umsatzsteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für den Staat und spielt eine große Rolle in der Finanzierung staatlicher Aufgaben. Die Umsatzsteuer ist eine sogenannte Verkehrsteuer, weil sie durch den Austausch (Verkehr) von Leistungen ausgelöst wird. Betriebswirtschaftlich ist die Umsatzsteuer auch eine Verbrauchsteuer, weil sie den Endabnehmer belastet, der die erworbene Leistung konsumiert. Die Umsatzsteuer soll den Staat mit Einnahmen aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen versorgen, um öffentliche Leistungen und Infrastruktur finanzieren zu können. Darüber hinaus soll die Umsatzsteuer auch eine Lenkungsfunktion haben, indem sie das Kaufverhalten von Konsumenten beeinflusst und eine Verlagerung von steuerfreien auf steuerpflichtige Waren und Dienstleistungen bewirkt. Das deutsche Bundesfinanzministerium betrachtet die Umsatzsteuer als eine allgemeine Verbrauchsteuer, die beim Austausch von Gütern und Dienstleistungen fällig wird.
Was ist die Vorsteuer?
Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die für Unternehmen beim Einkauf von Waren oder Dienstleistungen anfällt. Die Vorsteuer wird vom Finanzamt rückerstattet. Wenn zum Beispiel ein Unternehmen für eine Ware oder eine Dienstleistung Umsatzsteuer zahlt, kann es diese Vorsteuer von der Umsatzsteuer, die es dem Finanzamt beim Verkauf einer Ware oder Dienstleistung entrichten muss, wieder abziehen. Als Vorsteuer wird also die Umsatzsteuer bezeichnet, die einem Unternehmer beim Erwerb von Lieferungen oder sonstigen Leistungen in Rechnung gestellt wird. Diese können Unternehmer mit der Umsatzsteuer, die sie auf ihre Lieferungen oder sonstigen Leistungen erheben müssen, verrechnen. Dies geschieht im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung.
Sind Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer das Gleiche?
Faktisch ist in Deutschland die Umsatzsteuer gleich Mehrwertsteuer. Korrekt müsste es hierzulande jedoch „Umsatzsteuer“ heißen, da es ein Umsatzsteuergesetz (UStG) und kein „Mehrwertsteuergesetz“ gibt. Umgangssprachlich wird häufig die Bezeichnung „Mehrwertsteuer“ verwendet. Die Unterscheidung hat aber keine rechtlichen Auswirkungen.
Wie hoch ist die Umsatzsteuer?
Die Höhe der Umsatzsteuer variiert je nach Land und kann sich auch im Laufe der Zeit ändern. In Deutschland beträgt sie entweder 19 Prozent oder 7 Prozent. Der Regelsteuersatz ist hierzulande in § 12 UstG festgesetzt und beträgt 19 Prozent. Der ermäßigte Satz von 7% gilt für bestimmte Waren und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Bücher und kulturelle Veranstaltungen.
Wann muss ich Umsatzsteuer bezahlen?
In Deutschland sind alle Unternehmer ab einem Jahresumsatz von 22.000 Euro grundsätzlich dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Liegt der Umsatz unter dieser Grenze, spricht man von einem „Kleinunternehmen“. Kleinunternehmen und auch Freiberufler, deren Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt, können die sogenannte Kleinunternehmerregelung und damit die Umsatzsteuerbefreiung in Anspruch nehmen.
Welche Umsätze unterliegen nicht der Umsatzsteuer?
Bestimmte Umsätze unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Dies gilt etwa für Leistungen der human medizinischen Berufe wie Ärzte, Zahnärzte, Krankengymnasten und Heilpraktiker oder Bildungsleistungen und Umschulden von Darlehen. Ebenfalls umsatzsteuerbefreit sind beispielsweise Verkäufe durch Privatpersonen, private Verkäufe durch Unternehmer, Schenkungen durch einen Unternehmer, Leistungen eines inländischen Unternehmers im Ausland oder Förderungen, die nicht mit einer Gegenleistung in Verbindung stehen. Welche Umsätze aus Lieferungen oder sonstigen Leistungen von der Umsatzsteuerpflicht ausgenommen sind, kann man in § 4 UStG nachlesen.
Fällt die Umsatzsteuer bei Edelmetallen an?
Der Kauf von Anlagegold hingegen ist von der Umsatzsteuer befreit. Gemäß der EU-Richtlinie 98/80/EG1 muss Anlagegold bestimmte Kriterien erfüllen: Gold in Barren- oder Plättchenform mit einem Feingehalt von mindestens 995 Promille (Tausendstel). Dies gilt ebenfalls für Goldmünzen mit einem Feingehalt von mindestens 900 Promille, die nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, als offizielles Zahlungsmittel in einem Land gelten und deren Preis 80 Prozent des Goldmarktwertes der Münze nicht überschreitet. Beim Kauf von Edelmetallen aus Silber, Platin und Palladium gilt hingegen der übliche Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. Um diese Besteuerung zu vermeiden, können Anleger diese Edelmetalle in Zollfreilagern aufbewahren lassen. Die Warenlager befinden sich in der Regel in einer Hochsicherheitsanlage. Zollfreilager dienen dazu, Edelmetalle und andere wertvolle Güter unversteuert und unverzollt zu lagern. Maßgeblich für umsatzsteuerfreies Anlagegold ist in Deutschland § 25c UStG.
Warum muss ich bei Gold keine Umsatzsteuer bezahlen, bei anderen Edelmetallen aber schon?
Anlagegold ist Umsatzsteuer befreit, weil es als eine Form der Wertaufbewahrung und Geldanlage betrachtet wird. Anlagegold wird daher als ein monetäres Gut angesehen, das nicht in derselben Weise wie andere Waren verbraucht wird, sondern vielmehr als langfristige Investition gehalten wird.

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